Wenn wir in Hamm anrücken, bringen wir nicht selten die ganze Bandbreite an Prüfgeräten mit – aber für die Bestimmung der Atterberg-Grenzen ist das Herzstück der Laboralltag: eine präzise justierte Fließgrenzen-Apparatur nach Casagrande, die halbkugelförmige Schale aus Messing, ein feinmechanisches Ausrolllineal und temperaturgeführte Trockenschränke. In der Altstadt genauso wie im Gewerbegebiet Uentrop arbeiten wir mit Proben, die oft schon im Bohrkasten eine deutliche Plastizität zeigen – Mergel aus dem Oberkreide-Hangenden oder Auenlehm der Lippe. Vor Ort wird das Material sofort in luftdichte Probenbehälter verpackt, damit die natürliche Wassergehalt-Spannung erhalten bleibt. Im Labor trennen wir dann den Feinkornanteil ab und ermitteln Fließ- und Ausrollgrenze. Diese Kennwerte sind für Hamm essenziell, weil die quartären Deckschichten stark schwanken – mal sandig, mal tonig-schluffig – und ohne verlässliche Konsistenzzahlen eine Setzungsprognose schlichtweg Glückssache ist. Die Korngrößenanalyse läuft bei uns meist parallel, weil der Feinkornanteil die Plastizität erst verständlich macht.
Die Konsistenzzahl Ic aus den Atterberg-Grenzen entscheidet in Hamm oft darüber, ob eine Flachgründung auf Auenlehm überhaupt zulässig ist.
Unser Ansatz
Ein Projekt, das mir immer im Gedächtnis bleibt, war ein sechsgeschossiger Wohnungsbau nahe des Kurparks. Der Baugrund sah im Baggerschurf harmlos aus – sandiger Geschiebelehm mit einzelnen Kalksteinknollen. Aber beim ersten Atterberg-Lauf zeigte der Schluff eine Konsistenzzahl Ic von 0.88, also halbfest, während zehn Meter weiter östlich derselbe Horizont bei Ic 0.65 lag, also steif. Genau das ist die Falle in Hamm: Die Lippe hat in den vergangenen Jahrtausenden Mäander gebildet und feinkörniges Material unterschiedlichster Plastizität abgelagert. Wir haben daraufhin das Baufeld mit zusätzlichen Schürfgruben rasterartig aufgeschlossen und jeder Horizont bekam sein eigenes Plastizitätsdiagramm. Die Erfahrung hat gezeigt, dass man in Hamm nie von einer homogenen Schicht ausgehen darf – der Boden wechselt auf zehn Metern schneller die Zustandsform als anderswo auf fünfzig. Deshalb gehört bei uns die Bestimmung der Atterberg-Grenzen zum Standardprogramm jedes Baugrundgutachtens, nicht als Zusatzleistung, sondern als Pflichtbaustein.
Häufige Fragen
Was kosten Atterberg-Grenzen im Labor in Hamm?
Für eine Einzelprobe mit Fließ- und Ausrollgrenze nach DIN EN ISO 17892-12 liegen die Kosten in unserem Labor zwischen €60 und €100 netto. Bei Serien von fünf oder mehr Proben aus derselben Baumaßnahme reduzieren sich die Stückkosten entsprechend. Hinzu kommen die Aufwendungen für die Probenahme vor Ort, die wir separat nach Zeitaufwand abrechnen.
Wie lange dauert die Prüfung der Atterberg-Grenzen?
Ab Probeneingang im Labor Hamm benötigen wir üblicherweise ein bis zwei Werktage. Die Trocknung und Wiederbefeuchtung des Materials nimmt die meiste Zeit in Anspruch, weil das Feinkorn mindestens 24 Stunden quellen muss, bevor die Fließgrenze reproduzierbar gemessen werden kann.
Warum sind die Atterberg-Grenzen für Gründungen in Hamm so entscheidend?
In Hamm stehen flächendeckend bindige Böden aus der Lippeaue an, deren Zustandsform sich schon bei geringen Wassergehaltsänderungen verschiebt. Ohne die Kenntnis von Fließ- und Ausrollgrenze lässt sich nicht beurteilen, ob der Boden bei Wasserzutritt aufweicht oder bei Austrocknung schrumpft. Die Atterberg-Grenzen liefern die Basis für die Einstufung als steif, halbfest oder weich – und damit für die Wahl der Gründungstiefe und die Bemessung der zulässigen Bodenpressung.