Die Stadt Hamm liegt nicht nur an der Lippe, sondern geologisch betrachtet auf einem spannenden Untergrund: den Sanden und Kiesen der Niederterrasse sowie dem darunter anstehenden Kreidemergel, der bereits in geringer Tiefe angetroffen werden kann. Wer hier eine tiefe Baugrube plant, etwa im Bereich des Hafens oder nahe der Innenstadt, muss die Wechselwirkungen zwischen locker gelagerten quartären Schichten und dem Festgestein präzise verstehen. Der Datteln-Hamm-Kanal und die Ahse strukturieren das Grundwasserregime zusätzlich, sodass Wasserhaltung und Auftriebssicherheit integrale Bestandteile jeder geotechnischen Bemessung tiefer Baugruben in Hamm werden. In unserer täglichen Praxis kombinieren wir diese regionalen Kenntnisse mit den Anforderungen des Eurocode 7, um Verbauwände, Aussteifungen und Verankerungen wirtschaftlich und sicher zu dimensionieren, bevor der erste Löffelbagger anrollt.
Eine Baugrubenbemessung in Hamm ist erst dann solid, wenn die Steifigkeit des Kreidemergels und die Durchlässigkeit der Terrassensande gemeinsam im Rechenmodell sitzen.
Örtliche Baugrundfaktoren
Ein wiederkehrendes Problem in Hamm ist die Fehleinschätzung der Übergangszone zwischen quartären Lockergesteinen und dem klüftigen Festgestein des Kreidemergels. Diese Schichtfuge wirkt oft als bevorzugter Wasserweg, besonders wenn die Kreide oberflächennah durch frühere Eisvorstöße tektonisch beansprucht wurde. Wird dieser Kontaktbereich im Zuge der geotechnischen Bemessung tiefer Baugruben nicht ausreichend erkundet, kann es beim Aushub zu plötzlichen Sohlaufbrüchen oder unerwarteten Wasserzutritten kommen, die den Baufortschritt massiv beeinträchtigen. Auch die Verschlechterung der Aussteifungssteifigkeit durch saisonale Grundwasserschwankungen, beobachtet an Pegeln entlang des Datteln-Hamm-Kanals, ist ein Risikofaktor, den wir durch konservative Lastansätze und Monitoringpläne aktiv steuern.
Referenznormen
DIN EN 1997-1:2014-03 (Eurocode 7: Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik), DIN 1054:2021-04 (Baugrund - Sicherheitsnachweise im Erd- und Grundbau), DIN 4124:2012-01 (Baugruben und Gräben - Böschungen, Verbau, Arbeitsraumbreiten), DIN EN 1993-5:2010-12 (Eurocode 3: Bemessung und Konstruktion von Stahlbauten - Pfähle und Spundwände)
Häufige Fragen
Wie tief muss der Baugrundaufschluss für eine tiefe Baugrube in Hamm sein, wenn in 6 m Kreidemergel ansteht?
Auch bei frühem Festgesteinskontakt gilt die Regel, dass der Aufschluss mindestens die 1,5-fache Baugrubentiefe erreichen muss, um potenzielle Störungszonen und die Gebirgsdurchlässigkeit der oberen Kreideschichten sicher zu erfassen. In Hamm empfehlen wir zusätzlich, den Übergangsbereich zum Mergel mit Kernbohrungen zu erkunden, da hier oft Wasserwegsamkeiten auftreten, die für die Bemessung der Auftriebssicherheit entscheidend sind.
Mit welchen Kosten muss ich für die geotechnische Bemessung einer Baugrube in Hamm rechnen?
Die Honorare für eine vollständige geotechnische Bemessung tiefer Baugruben – von der Baugrundbeurteilung über das Verbaukonzept bis zu allen Standsicherheitsnachweisen – liegen in Hamm je nach Komplexität zwischen €1.700 und €6.670. Einfache lineare Verbauten ohne Verankerung liegen am unteren Ende, komplexe innerstädtische Baugruben mit rückverankerter Bohrpfahlwand und FEM-Verformungsberechnung am oberen.
Warum ist der hydraulische Grundbruch in den Hammer Terrassensanden so kritisch?
Die mittel- bis grobsandigen Terrassenablagerungen der Lippe besitzen eine hohe Durchlässigkeit, und der Grundwasserflurabstand ist in großen Teilen des Stadtgebiets sehr gering. Sobald der Aushub ins Grundwasser einschneidet, baut sich ein hohes hydraulisches Gefälle auf. Ohne präzisen Nachweis nach DIN 1054 und eine darauf abgestimmte Wasserhaltung kann es zu einem plötzlichen Aufbruch der Baugrubensohle kommen, was ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellt.
Welches Verbausystem empfehlen Sie für die beengten Verhältnisse in der Hammer Innenstadt?
Bei engen Baufeldern mit empfindlicher Nachbarbebauung, wie sie in der Innenstadt von Hamm häufig sind, hat sich die rückverankerte Bohrpfahlwand bewährt. Sie ist verformungsarm und benötigt keine breiten Arbeitsräume. Die spezifische Bemessung der Anker, insbesondere im Hinblick auf die Kriechneigung des Kreidemergels, ist dabei einer der Punkte, auf die wir bei der Planung besonderes Augenmerk legen.