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Pfahlgründungsbemessung in Hamm: Tragfähigkeit unter Mergel- und Sandhorizonten

Gemeinsam lösen wir die Herausforderungen von morgen.

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Das hydraulische Bohrgerät steht auf dem Baufeld in Hamm, und bevor der erste Pfahl betoniert wird, müssen die Lasten sauber verteilt sein. In den Stadtteilen Bockum-Hövel oder Pelkum stoßen wir regelmäßig auf eine Wechselfolge aus quartären Sanden und den darunter anstehenden Mergelsteinen der Oberkreide. Die Bemessung der Pfahlgründung muss hier exakt auf die Mantelreibung in den rolligen Schichten und den Spitzendruck im Festgestein abgestimmt werden. Mit einem CPT vorab lässt sich die Schichtgrenze auf den Zentimeter genau orten, bevor die statische Berechnung nach DIN EN 1997-1 in Kombination mit den Empfehlungen des Arbeitskreises Pfähle (EA-Pfähle) erfolgt. Das spart Stahl und Beton, weil wir die Pfähle nicht pauschal überdimensionieren.

Ein Pfahl in Hamm ist erst dann sicher bemessen, wenn die Mantelreibung im Sand und der Spitzendruck im Mergel getrennt nachgewiesen sind.

Unser Ansatz

Die Stadt Hamm ist über Jahrhunderte mit der Lippe und dem Datteln-Hamm-Kanal gewachsen. Gerade in Ufernähe und im Bereich der Hafenschleuse liegen aufgefüllte Böden und Auenlehme, die für konventionelle Flachgründungen ungeeignet sind. Die Pfahlgründungsbemessung knüpft hier an die Erfahrung an, dass ein Bohrpfahl mit einem Durchmesser von 60 cm im Lippetal oft schon nach 8 bis 10 Metern tragfähigen Mergel erreicht. Anders sieht es im Südosten aus, wo mächtige Sandlinsen aus der Saale-Kaltzeit den Pfahlschaft ummanteln und hohe negative Mantelreibung mobilisieren können, sobald organische Schichten nachgeben. In solchen Fällen ergänzen wir die Berechnung mit einer Korngrößenanalyse aus der Rammkernbohrung und prüfen die Bettungsmoduln für eventuelle Bodenplatten im Anschlussbereich.
Pfahlgründungsbemessung in Hamm: Tragfähigkeit unter Mergel- und Sandhorizonten
Technisches Referenzbild — Hamm

Örtliche Baugrundfaktoren

Im Hammer Westen, etwa im Umfeld der ehemaligen Zeche Heinrich Robert, sehen wir in den Baugrundakten immer wieder unkontrollierte Verfüllungen. Wer dort eine Pfahlgründung nur auf Basis von alten Karten bemisst, riskiert unerwartete Weichschichten oder Hohlräume, die beim Abteufen den Betonverbrauch in die Höhe treiben. Schon eine Torflinse von 40 cm Stärke unterhalb der Pfahlspitze kann eine Nachsetzung von mehreren Zentimetern auslösen, die im Rohbau Risse nach sich zieht. Deshalb gehört vor jede Bemessung eine lückenlose Drucksondierung mit der Spitzendruckmessung, und die Pfahlprobebelastung nach dem Pfropfen des Mergels ist bei Großprojekten mit mehr als 3 MN Last keine Option, sondern baubegleitende Pflicht.

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Technische Parameter

ParameterTypischer Wert
Erkundungstiefe unter Pfahlfuß≥ 3 m oder 3 × Pfahldurchmesser
BemessungsnormDIN EN 1997-1 mit DIN 1054:2021-04
Pfahltyp häufig in HammBohrpfahl Ø 60–90 cm, Rammpfahl in Sandlagen
Mindestanzahl Sondierungen1 Drucksonde (CPT) je Bauwerksgruppe
Charakteristischer Spitzendruck Mergel1,5–4,0 MN/m² (verwitterungsabhängig)
Mantelreibung Sand (qs,k)30–80 kN/m² (EA-Pfähle, Tab. 5.5)
Setzungsdifferenz zulässig≤ 1/500 der Stützweite nach DIN 4019

Weitere Fachleistungen

01

Baugrunderkundung für Pfähle

Kombination aus schwerer Rammsondierung, CPT und Kernbohrung mit Probenentnahme in den Mergelhorizonten von Hamm. Auswertung der Schichtenverzeichnisse nach DIN 4023 und Laborversuche an Fels- und Bodenproben.

02

Statische Bemessung und EA-Pfähle-Nachweis

Berechnung der axialen Tragfähigkeit für Bohr- und Rammpfähle nach dem Teilsicherheitskonzept. Nachweis der inneren und äußeren Standsicherheit, Setzungsberechnung für Einzel- und Gruppenpfähle, Pfahlrostbemessung bei Hochbau- und Brückenprojekten.

Referenznormen

DIN EN 1997-1:2014-03 mit nationalem Anhang DIN 1054:2021-04, Empfehlungen des Arbeitskreises "Pfähle" (EA-Pfähle), 2. Auflage, DIN 4020:2010-12 (Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke), DIN 4094-1:2002-06 (Baugrund; Felduntersuchungen; Drucksondierungen), DIN 4019:2015-05 (Baugrund – Setzungsberechnungen)

Häufige Fragen

Welche Bodenkennwerte sind für die Pfahlbemessung in Hamm ausschlaggebend?

Entscheidend sind die Mantelreibung q_s,k in den quartären Sanden und der charakteristische Spitzendruck q_b,k im Mergel. Diese Werte leiten wir aus CPT-Daten und Laborversuchen ab und stützen sie auf die Tabellen der EA-Pfähle. Organische Zwischenlagen müssen zwingend mit negativer Mantelreibung angesetzt werden.

Wie lange dauert eine Pfahlgründungsbemessung inklusive Baugrunderkundung?

Für ein Einfamilienhaus mit 6 bis 8 Pfählen rechnen wir zwei Wochen Feldarbeit und eine Woche für die statische Berechnung. Bei größeren Projekten mit Probebelastungen und Freigaben durch den Prüfstatiker sind vier bis sechs Wochen realistisch.

Mit welchen Kosten muss ich für eine Pfahlgründungsbemessung in Hamm rechnen?

Das Honorar liegt je nach Umfang zwischen 1.340 und 5.780 Euro. Enthalten sind die Auswertung der Drucksondierungen, die Pfahlbemessung nach EA-Pfähle und ein prüffähiger statischer Bericht. Baugrundaufschlüsse und Probebelastungen werden separat abgerechnet.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Hamm und Umgebung. Mehr Info.

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