Die quartären Ablagerungen der Lippe und ihrer Nebenflüsse prägen den Baugrund in Hamm. Unterhalb geringsmächtiger Auenlehme stehen meist mitteldicht bis dicht gelagerte Sande und Kiese an – eine Ausgangslage, die auf den ersten Blick günstige Bedingungen für eine Flachgründungsbemessung verspricht. Die Erfahrung aus zahlreichen Projekten im Stadtgebiet zeigt jedoch ein differenzierteres Bild: Alte Flussrinnen, anthropogene Auffüllungen im Umfeld ehemaliger Zechenstandorte und lokal begrenzte Torflinsen können die Tragfähigkeit des Untergrunds kleinskalig stark verändern. Eine sorgfältige Baugrunderkundung, die über pauschale Annahmen hinausgeht, ist deshalb unverzichtbar. Unser Team kombiniert dabei klassische Aufschlussverfahren wie die Sondierbohrung mit laborativen Kennwertbestimmungen, um ein realistisches, normenkonformes Bemessungsmodell zu entwickeln.
Die DIN 1054 ersetzt das pauschale zul σ durch ein wirklichkeitsnahes Teilsicherheitskonzept – erst die Kombination aus Sondierung, Labor und lokaler Erfahrung macht dieses Konzept belastbar.
