← Home · Labor

Korngrößenanalyse (Siebung + Hydrometer) in Hamm – DIN-konforme Laborbestimmung

Gemeinsam lösen wir die Herausforderungen von morgen.

MEHR ERFAHREN →

Die Industrie- und Bergbaugeschichte von Hamm prägt bis heute den Baugrund. Im Stadtteil Pelkum oder entlang der Lippeauen trifft man auf heterogene Auffüllungen, während der Bockumer Höhenzug von Geschiebemergeln dominiert wird. Diese kleinräumig wechselnden Verhältnisse fordern eine präzise Korngrößenanalyse, bevor ein Gründungskonzept oder ein Erdbauwerk bemessen wird. Die kombinierte Siebung und Sedimentation nach DIN EN ISO 17892-4 liefert die vollständige Kornverteilungskurve – vom Grobkies bis in die Tonfraktion. Unser geotechnisches Labor in der Region wertet die Ergebnisse normgerecht aus und klassifiziert den Boden nach DIN 18196. Bei Auffüllungen mit wechselnder Dichte ergänzt der CPT-Versuch die Laboranalyse um einen lückenlosen Schichtprofil-Scan.

Die Sieblinie ist der Fingerabdruck des Bodens – sie entscheidet über Verdichtbarkeit, Frostempfindlichkeit und Durchlässigkeit in wenigen Gramm Material.

Unser Ansatz

Ein Erschließungsträger im Hammer Westen ließ vor Kurzem für ein Regenrückhaltebecken den Untergrund analysieren. Die Aufschlüsse zeigten in drei Metern Tiefe einen schluffigen Feinsand, durchsetzt mit Bergematerial. Die Korngrößenanalyse mit Nasssiebung und Aräometer nach DIN EN ISO 17892-4 ergab einen Feinkornanteil von 38 Prozent bei einem Ungleichförmigkeitsgrad Cu von 4,2. Damit war der Boden als frostempfindlich der Klasse F3 einzustufen – eine direkte Konsequenz für die Dimensionierung der Frostschürze. Parallel dazu lassen sich die bindigen Anteile über die Atterberg-Grenzen präzise einordnen, während ein Sondiergestänge die Lagerungsdichte der sandigen Lagen in situ quantifiziert. Erst die Kombination aus Labor und Feld schafft die Datengrundlage für eine standsichere und dauerhafte Lösung.
Korngrößenanalyse (Siebung + Hydrometer) in Hamm – DIN-konforme Laborbestimmung
Technisches Referenzbild — Hamm

Örtliche Baugrundfaktoren

Die Stadt Hamm liegt auf 63 m ü. NHN, und die Lippe sowie der Datteln-Hamm-Kanal durchziehen das Stadtgebiet. Hochwasserereignisse und schwankende Grundwasserstände erzeugen in den quartären Talfüllungen variable Sättigungsgrade. Eine fehlerhafte Ansprache des Feinkornanteils – etwa bei einer visuellen Fingerprobe auf der Baustelle – führt schnell zu einer Unterschätzung der Frosthebung oder der inneren Erosion. Gerade bei schluffigen Sanden mit einem d10 unter 0,1 mm kann die rechnerische Durchlässigkeit um den Faktor 10 von der tatsächlichen abweichen. Ein belastbarer Sieblinienverlauf aus der Korngrößenanalyse ist deshalb kein optionaler Zusatz, sondern die Grundlage jeder Filterbemessung und jeder Verdichtungsprognose. Das gilt besonders für Verkehrsflächen und Leitungsgräben in den Mischgebieten zwischen Bockum-Hövel und Herringen.

Benötigen Sie eine geotechnische Bewertung?

Antwort innerhalb von 24h.

E-Mail: info@geotechnik.vip

Technische Parameter

ParameterTypischer Wert
PrüfverfahrenNass- und Trockensiebung, Aräometer nach DIN EN ISO 17892-4
KornfraktionGesamtes Spektrum von Blockkies (d > 63 mm) bis Ton (d < 0,002 mm)
Probemenge RichtwertAbhängig vom Größtkorn: 500 g bis 30 kg je nach d_max
SiebsatzMaschenweiten 0,063 / 0,125 / 0,25 / 0,5 / 1 / 2 / 4 / 8 / 16 / 31,5 / 63 mm
AräometerAräometer nach DIN, Sedimentationsanalyse in 1000-ml-Standzylinder
KlassifikationBodengruppe nach DIN 18196 inkl. Frostempfindlichkeitsklasse
BerichtsumfangKornverteilungskurve, Cu/Cc, kf-Wert-Schätzung nach Beyer/Hazen

Weitere Fachleistungen

01

Nass- und Trockensiebung

Kombinierte Siebung für bindige und rollige Böden nach DIN EN ISO 17892-4. Trennung des Feinanteils durch Nasssiebung über 0,063 mm, Ofentrocknung und gravimetrische Auswertung aller Siebrückstände.

02

Sedimentationsanalyse (Aräometer)

Bestimmung der Kornfraktionen unter 0,063 mm bis in den kolloidalen Bereich. Stabiles Temperaturregime im Sedimentationszylinder, Auswertung nach Stokes-Gesetz mit Berücksichtigung der Dispergiermittelzugabe.

03

Bodenklassifikation nach DIN 18196

Ableitung der Bodengruppe (GE, GW, GI, SE, SW, SI, GU, GT, SU, ST, UL, UM, UA, TL, TM, TA, OU, OT, OK, OH, HN, HZ, F) aus der Sieblinie, inklusive Frostempfindlichkeitsklasse F1–F3.

Referenznormen

DIN EN ISO 17892-4 – Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Laborversuche – Bestimmung der Korngrößenverteilung, DIN 18196 – Erd- und Grundbau – Bodenklassifikation für bautechnische Zwecke, DIN 18123 – Bestimmung der Korngrößenverteilung (historische Referenz, durch ISO abgelöst)

Häufige Fragen

Welche Bodenarten werden mit Siebung plus Aräometer abgedeckt?

Das kombinierte Verfahren erfasst alle Kornfraktionen vom Grobkies bis zur Tonfraktion (d < 0,002 mm). Siebung allein reicht bis circa 0,063 mm. Alles Feinkörnigere – Schluff und Ton – wird über die Sedimentation bestimmt. Damit lässt sich jede mineralische Bodenart klassifizieren, auch gemischtkörnige Böden mit signifikantem Feinanteil.

Wie lange dauert eine vollständige Korngrößenanalyse im Labor?

Die reine Siebdauer beträgt etwa 20 Minuten pro Probe. Die Sedimentationsanalyse läuft über 24 Stunden im temperaturstabilisierten Wasserbad. Mit Probenteilung, Trocknung und Auswertung liegt die Bearbeitungszeit bei drei bis fünf Werktagen ab Probeneingang, abhängig vom aktuellen Prüfaufkommen.

Was kostet eine Korngrößenanalyse mit Siebung und Hydrometer?

Die kombinierte Analyse liegt je nach Probenanzahl und erforderlicher Vorbehandlung zwischen 110 und 170 Euro netto pro Probe. Bei Serien von mehr als fünf Proben aus einem Projekt reduzieren sich die Einzelkosten spürbar.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Hamm und Umgebung.

Größere Karte ansehen