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Erdbebenisolationsbemessung in Hamm: Belastbare Systeme für schwingungsarme Tragstrukturen

Gemeinsam lösen wir die Herausforderungen von morgen.

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Hamm wuchs mit dem Bergbau, doch die Zechenstilllegungen hinterließen ein geotechnisch heterogenes Stadtgebiet. Die Altlastenverdachtsflächen entlang der Lippe und die mächtigen quartären Lockergesteinsfüllungen im Bereich der ehemaligen Schachtanlagen stellen besondere Anforderungen an eine fundierte Erdbebenisolationsbemessung. Zwar liegt Hamm in einer Zone geringer Seismizität, aber die weichen Talfüllungen mit Scherwellengeschwindigkeiten unter 200 m/s können im Resonanzfall Bauwerksschäden begünstigen. Der Ansatz von Basisisolatoren – elastomergelagert oder als Gleitpendelsystem – verlagert die Bauwerkseigenperiode gezielt aus dem Frequenzbereich der Untergrundverstärkung. Unsere Aufgabe in Hamm besteht darin, die lokalen Baugrundprofile mit den nichtlinearen Isolatoreigenschaften so abzugleichen, dass die horizontale Beschleunigung im Überbau um mindestens 60 Prozent reduziert wird, ohne die Restverformung unter Windlast aus den Augen zu verlieren. Ergänzend zur Isolatorebene fließen Erkenntnisse aus der seismischen Mikrozonierung ein, um die Freifeldantwort am Standort realistisch abzubilden.

Eine wirksame Erdbebenisolationsbemessung verlagert die Bauwerkseigenperiode aus dem Plateau der Baugrundverstärkung – in Hamm entscheidend wegen der weichen Auenlehme im Untergrund.

Unser Ansatz

Die Bemessung beginnt mit dem Abruf der elastischen Antwortspektren nach DIN EN 1998-1/NA für den Standort Hamm, ergänzt um standortspezifische Bodenverstärkungsfaktoren aus Multichannel-Analysen. Wir setzen auf einen iterativen Abgleich zwischen Strukturmodell und Isolatorprüfprotokollen: die Hystereseschleifen aus den Prototypversuchen nach DIN EN 15129 werden im FE-Modell hinterlegt, sodass effektive Steifigkeit und äquivalente Dämpfung laststufengenau abgebildet sind. Bei Hochwassergefährdung im Lippetal prüfen wir zusätzlich die Auftriebssicherheit der Isolatorebene. In der Bemessungspraxis kombinieren wir das Antwortspektrumverfahren mit Zeitverlaufsberechnungen, wenn die erste Modalmasse unter 85 Prozent fällt – ein Fall, der bei unregelmäßigen Grundrissen in der Hammer Innenstadt häufig auftritt. Für die Kalibrierung der Untergrundparameter greifen wir auf die MASW-Oberflächenwellenseismik zurück, deren Dispersionskurven die Scherwellengeschwindigkeit bis in 30 Meter Tiefe auflösen. Wo die Baugrundsteifigkeit unterhalb der Isolatorfuge stark streut, validieren wir das Steifigkeitsprofil mit direkten CPT-Versuchen, die den Spitzendruck quasi-kontinuierlich über die Tiefe liefern und so Aufschluss über Kieslinsen oder organische Einschaltungen geben.
Erdbebenisolationsbemessung in Hamm: Belastbare Systeme für schwingungsarme Tragstrukturen
Technisches Referenzbild — Hamm

Örtliche Baugrundfaktoren

Hamm verzeichnete das letzte spürbare seismische Ereignis im Jahr 2014 mit einer Lokalmagnitude von 2,8 südöstlich von Bockum-Hövel – ein tektonisch induziertes Beben, das an der Erdoberfläche kaum Schäden verursachte, aber die Sensibilität für induzierte Seismizität aus dem ehemaligen Bergbau schärfte. Die größte Gefahr geht in Hamm nicht vom Fernbeben aus, sondern von der Resonanznahen Überhöhung horizontaler Bodenbewegungen in den weichen quartären Sedimenten. Fehlt eine abgestimmte Isolationsbemessung, können selbst moderate Erschütterungen aus der Ferne in vier- bis sechsgeschossigen Stahlbetonbauten zu Schäden an nichttragenden Trennwänden und Installationssträngen führen. Ein weiterer Risikofaktor ist die ungleichmäßige Setzung der Isolatorfundamente, wenn unter der Gründungssohle Auffüllungen mit wechselnden Mächtigkeiten anstehen – ein typisches Bild im Bereich der ehemaligen Schachtanlagen Heinrich Robert und Maximilian.

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Technische Parameter

ParameterTypischer Wert
IsolatortypenElastomerlager (HDRB/LRB), Gleitpendellager (FPS), kombinierte Systeme
BemessungsnormDIN EN 1998-1/NA:2021-07, DIN EN 15129:2018
Reduktionsfaktor ÜberbaubeschleunigungZielwert ≥ 0,40 (60 % Reduktion)
Maximale Isolatorverschiebung d_maxBemessung für 1,2-fache MCE-Verschiebung
Äquivalente viskose Dämpfung HDRB10–15 % bei 100 % Scherdehnung
Eigenperiode isoliertes System2,0–3,5 s (je nach Isolatortyp und Steifigkeit)
FE-ModellierungNichtlineare Link-Elemente mit bilinearer Hysterese
Windlastnachweis IsolatorebeneKein Gleiten unter 50-Jahres-Wind nach DIN EN 1991-1-4

Weitere Fachleistungen

01

Standortspezifische Antwortspektren und Isolatorendesign

Ableitung der elastischen Bodenantwortspektren aus Scherwellenprofilen für den Hammer Baugrund. Iterative Optimierung des Isolatorsystems (Lagertyp, Durchmesser, Gummimischung) im FE-Modell, bis die Überbaubeschleunigung unter dem vereinbarten Zielwert liegt und die Verschiebungskapazität die MCE-Anforderungen abdeckt.

02

Prototypprüfung und baubegleitende Qualitätskontrolle

Begleitung der Typprüfung nach DIN EN 15129 Abschnitt 8 in einem akkreditierten Prüflabor. Stichprobenartige Kontrolle der Produktionslager auf Steifigkeit, Dämpfung und horizontale Verformbarkeit, bevor die Isolatoren in die Baugrube der Hammer Innenstadtbaustelle einfahren.

Referenznormen

DIN EN 1998-1/NA:2021-07 – Auslegung von Bauwerken gegen Erdbeben, Nationaler Anhang Deutschland, DIN EN 15129:2018 – Erdbebenvorrichtungen (Elastomerlager, Gleitpendellager), DIN EN 1990/NA – Grundlagen der Tragwerksplanung mit seismischer Bemessungssituation, DIN 4149:2005 (zurückgezogen, übergangsweise relevant für Bestandsbauten) – Bauten in deutschen Erdbebengebieten

Häufige Fragen

Wie hoch sind die Kosten für eine Erdbebenisolationsbemessung in Hamm?

Die Bemessungskosten liegen je nach Komplexität des Tragwerks und Anzahl der Isolatoren zwischen €4.310 und €7.100. Darin enthalten sind die spektralen Standortanalysen, die FE-Modellierung des isolierten Systems und die ingenieurtechnische Begleitung der Prototypprüfung. Die Isolatorkosten selbst sind nicht eingerechnet, da sie vom gewählten Lagertyp und der Stückzahl abhängen.

Welche Isolatortypen eignen sich für den Baugrund in Hamm?

In Hamm kommen vor allem hochdämpfende Elastomerlager (HDRB) und Bleikernlager (LRB) zum Einsatz, weil sie die Bauwerkseigenperiode zuverlässig auf über zwei Sekunden verschieben und gleichzeitig eine Rückstellkraft für Windlasten bieten. In flussnahen Lagen mit hohem Grundwasserstand prüfen wir zusätzlich Gleitpendelsysteme, die unempfindlich gegenüber leichten Niveauänderungen der Isolatorebene sind.

Ab welcher Bauwerksklasse ist eine Erdbebenisolation in Hamm sinnvoll?

Die DIN EN 1998-1/NA erlaubt die seismische Isolierung für alle Bedeutungskategorien. Wirtschaftlich interessant wird sie in Hamm ab Bedeutungskategorie III – Krankenhäuser, Schulen, Einsatzleitstellen – sowie bei hochwertiger technischer Infrastruktur, deren Ausfall nach einem seltenen Erdbeben Versorgungsketten unterbrechen würde.

Wie wird die Qualität der Isolatoren vor dem Einbau überprüft?

Jeder Isolatortyp durchläuft eine umfangreiche Erstprüfung nach DIN EN 15129 mit horizontalen Scherzyklen, Vertikallast- und Kriechtests. Aus der laufenden Produktion entnehmen wir Stichproben und lassen sie im akkreditierten Labor gegenprüfen, bevor die Lager die Baustelle in Hamm erreichen. Die Prüfprotokolle sind Bestandteil der Übereinstimmungszertifizierung für die Bauabnahme.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Hamm und Umgebung.

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