Zwischen dem schweren Lippe-Ton in Bockum-Hövel und den sandigeren Kuppen im Hammer Süden – auf wenigen Kilometern wechselt der Baugrund hier oft dramatisch. Wer in Pelkum eine neue Erschließungsstraße plant, hat es mit völlig anderen Verformungsmoduln zu tun als jemand, der im Hafengebiet eine Logistikfläche befestigt. Genau deshalb reicht eine pauschale Annahme aus dem Geotechnischen Bericht selten aus, wenn es an die wirtschaftliche Dimensionierung des Asphaltpakets geht. Wir kombinieren die In-situ-Durchlässigkeit mit verdichtungstechnischen Feldversuchen, um wirklich belastbare Kennwerte für den Frostschutz und die Tragschicht zu erhalten. Denn eine flexible Fahrbahn in Hamm muss mehr können, als nur die B-Zahl nach RStO zu erfüllen – sie muss mit den realen Grundwasserschwankungen der Lippeaue klarkommen und trotzdem 30 Jahre Nutzungsdauer schaffen.
Die wirtschaftlichste Asphaltbefestigung ist nicht die dünnste, sondern diejenige, deren Schichtdicken exakt auf den anstehenden Untergrund abgestimmt sind.
Örtliche Baugrundfaktoren
Die RStO 12 gibt klare Regelbauweisen vor, doch in Hamm wird deren Grenze oft genau dort erreicht, wo die Geologie der Lippeaue auf urbane Auffüllungen trifft. Besonders tückisch sind die wechselgelagerten Mergelsteinschichten mit eingeschalteten Tonlinsen im Hammer Westen: Sie reagieren extrem empfindlich auf Wasserzutritt, quellen bei Frost und verlieren innerhalb einer Tauperiode massiv an Tragfähigkeit. Wird hier der frostsichere Oberbau nach Standardtabelle ohne Bestimmung der tatsächlichen Frosteindringtiefe dimensioniert, riskiert der Bauherr nicht nur Rissbildungen in der Asphaltdecke, sondern strukturelle Verformungen der gebundenen Tragschicht. Die ZTV E-StB verlangt deshalb zwingend eine Frosteindringtiefe von mindestens 60 cm für die Frosteinwirkungszone II – im Bereich von Hamm mit seinen spezifischen mikroklimatischen Bedingungen entlang des Datteln-Hamm-Kanals sollte man eher mit 70 cm rechnen, wenn das Planum aus feinkörnigem Boden besteht.
Häufige Fragen
Was kostet eine Bemessung flexibler Fahrbahnen für ein Bauvorhaben in Hamm?
Für eine typische Erschließungsstraße oder Gewerbefläche in Hamm liegen die Kosten für die kombinierte Feld- und Laboruntersuchung inklusive Bemessungsbericht zwischen €1.430 und €4.750. Der Umfang richtet sich nach der Anzahl der Prüfpunkte, der notwendigen Aufschlusstiefe und ob zusätzliche Laborversuche wie die Korngrößenanalyse oder CBR-Prüfung erforderlich sind. Ein verbindliches Angebot erstellen wir nach Einsicht in den Lageplan und die geplante Belastungsklasse.
Warum reicht der Baugrundgutachter allein nicht für die Dimensionierung der Straße?
Weil das klassische Baugrundgutachten den Fokus auf die Standsicherheit von Gebäuden legt – also auf Setzungen und Grundbruch. Für die Oberbaubemessung braucht man aber die Steifigkeit und Frostempfindlichkeit der obersten 1,5 Meter. Ein Bodengutachten gibt oft nur die Konsistenz an, aber nicht den Ev2-Wert auf Planumshöhe unter definierter Verdichtung, den die RStO für die Wahl der Bauweise verlangt.
Welche Belastungsklassen (B-Zahlen) kommen in Hamm typischerweise vor?
Das ist stark vom Projekt abhängig. In Wohngebieten wie Heessen oder Rhynern planen wir meist für Bk1.0 oder Bk1.8. Für Zufahrten zu Logistikzentren entlang der B63 oder im Gewerbegebiet Uentrop-Schmehausen werden jedoch oft Bk3.2 oder sogar Bk10 für Schwerlastverkehr mit hohem Anteil an Sattelzügen gefordert. Wir legen die Belastungsklasse gemeinsam mit dem Verkehrsplaner fest.
Wie gehen Sie mit den schwierigen Mergelböden im Hammer Westen um?
Die Mergelsteine und Kalkmergel, die man in Hamm häufig antrifft, sind tückisch: Im trockenen Zustand fast felsartig hart, werden sie bei Wasserzutritt weich wie Kitt. Wir empfehlen hier, das Planum nicht freizulegen und dann wochenlang offen zu lassen. Stattdessen setzen wir auf eine unmittelbare Abdeckung mit einem Geotextil und einer kapillarbrechenden Schicht aus Kalksteinschotter, deren Dicke wir anhand der Frosteindringtiefe und des CBR-Wertes rechnerisch nachweisen.
Müssen Sie für die Bemessung immer aufgraben oder geht das auch zerstörungsfrei?
Für die Bemessung flexibler Fahrbahnen ist eine Schürfgrube oder eine Rammsondierung fast immer nötig, weil wir die Schichtgrenzen und die Bodengruppe visuell ansprechen müssen. Zerstörungsfrei arbeiten wir nur ergänzend, zum Beispiel mit dem leichten Fallgewichtsgerät zur flächigen Homogenitätskontrolle. Die Kombination aus punktuellem Aufschluss und flächiger Messung ergibt das belastbarste Bild – und ist in Hamm mit seinen heterogenen Stadtböden meist die einzige wirtschaftlich sinnvolle Methode.