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Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon) in Hamm: Wasserwege im Untergrund verstehen

Gemeinsam lösen wir die Herausforderungen von morgen.

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Hamm, gewachsen entlang der Lippe und geprägt durch den Strukturwandel von der Montanindustrie zur modernen Logistikdrehscheibe, stellt Geotechniker immer wieder vor wechselhafte Baugrundverhältnisse. Die Terrassenkiese der Lippe, überdeckt von Hochflutlehmen und durchsetzt mit Auffüllungen ehemaliger Zechenstandorte, bilden einen komplexen Untergrund – und genau hier entscheidet die Wasserdurchlässigkeit über die Tragfähigkeit einer Baumaßnahme. Wer in Pelkum oder Bockum-Hövel ein Gründungskonzept entwickelt, braucht verlässliche Kennwerte. Unser Team führt den Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon) seit Jahren an den neuralgischen Punkten des Hammer Stadtgebiets durch und kennt die Tücken der lokalen Geologie: von der geringdurchlässigen Emscher-Mergel-Sohle bis zu den grundwasserführenden Sanden des Quartärs.

Ein Lugeon-Versuch im klüftigen Mergel von Hamm sagt mehr über das Bauwerksrisiko als zehn Laborproben aus demselben Horizont.

Unser Ansatz

Der geotechnische Kontrast zwischen dem nördlichen und südlichen Stadtgebiet ist beachtlich. Im Norden, rund um Bockum-Hövel, dominieren bindige Deckschichten über den Mergelsteinen der Oberkreide – hier liefern Lefranc-Versuche in ausgehobenen Bohrungen oft kf-Werte im Bereich von 10⁻⁷ bis 10⁻⁹ m/s, was bei Versickerungsplanungen ein präzises Augenmerk auf die Aufnahmekapazität erfordert. Ganz anders die Situation südlich des Datteln-Hamm-Kanals: wo quartäre Sande und Kiese anstehen, ermitteln wir mit Lugeon-Tests im Fels oder Lefranc-Messungen im Lockergestein Durchlässigkeiten, die um drei bis vier Zehnerpotenzen höher liegen können. Diese Unterschiede auf wenigen Kilometern Luftlinie zeigen, warum pauschale Tabellenwerte hier nicht funktionieren. Wer auf der sicheren Seite sein will, kombiniert unseren Feldversuch mit einer Korngrößenanalyse zur Validierung der Sieblinie oder einer SPT-Bohrung, wenn parallel die Lagerungsdichte des anstehenden Sandes interessiert.
Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon) in Hamm: Wasserwege im Untergrund verstehen
Technisches Referenzbild — Hamm

Örtliche Baugrundfaktoren

Ein Projekt in der Nähe des alten Hafens hat sich bei uns eingebrannt: Geplant war ein dreigeschossiger Büroneubau mit Tiefgarage. Das Bodengutachten vom Schreibtisch taxierte den Untergrund als 'schwach durchlässig' – ein Wert aus der Literatur. Unser Felddurchlässigkeitsversuch zeigte dann in 6 m Tiefe eine um den Faktor 50 höhere Permeabilität in einer vergessenen sandigen Rinne der Lippe-Aue. Die Folge: Die ursprüngliche Weiße-Wannen-Planung wäre ein unwirtschaftliches Risiko gewesen. Erst die Messwerte aus dem Lefranc-Test erlaubten dem Tragwerksplaner, das Drainagesystem so zu dimensionieren, dass der Auftrieb sicher beherrscht wurde. Wer in einer Stadt mit 180.000 Einwohnern und über 150 Jahren Bergbaugeschichte baut, muss mit inhomogenem Untergrund rechnen – und genau dort beginnt die Relevanz des In-situ-Versuchs.

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Technische Parameter

ParameterTypischer Wert
Verfahren LockergesteinLefranc (konstante / fallende Druckhöhe)
Verfahren FelsLugeon (5 Druckstufen à 10 min)
PrüfnormDIN EN ISO 22282-2 / DIN 18130
Erfassbarer kf-Bereich10⁻³ bis 10⁻⁹ m/s (bohrlochabhängig)
Typische Prüftiefe in Hamm3 m bis 35 m unter GOK
AuswertungStationär / instationär nach Hvorslev
Dokumentationkf-Wert je Prüfstrecke + Pumpdiagramm

Weitere Fachleistungen

01

Lefranc-Versuch im Lockergestein

Ermittlung des kf-Werts in Sanden, Kiesen und Geschiebemergel. Ausführung mit konstanter oder fallender Druckhöhe, abgestimmt auf die Kornverteilung.

02

Lugeon-Test im Fels

Prüfung der Gebirgsdurchlässigkeit in Mergel- und Kalksteinformationen. Fünf Druckstufen nach Houlsby zur Erkennung von Erosion, Dilatanz oder Verpressung.

03

Packertests in definierten Horizonten

Doppelpacker-Systeme für horizontierte Durchlässigkeitsprofile. Ideal, wenn mehrere Grundwasserstockwerke getrennt beprobt werden müssen.

04

Kombinierte Versickerungsgutachten

Wir bündeln Feldversuch, Laboranalyse und Sickermodell nach DWA-A 138 zu einer belastbaren Aussage für Ihre Entwässerungsplanung.

Referenznormen

DIN EN ISO 22282-2:2012 – Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Feldversuche – Teil 2: Wasserdurchlässigkeitsversuche im Bohrloch, DIN 18130 – Baugrund, Untersuchung von Bodenproben; Bestimmung des Wasserdurchlässigkeitsbeiwerts, DIN 4020 – Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke, EAU – Empfehlungen des Arbeitsausschusses Ufereinfassungen (für Wasserbauwerke in Hamm)

Häufige Fragen

Wann brauche ich in Hamm einen Lefranc- und wann einen Lugeon-Versuch?

Lefranc kommt im Lockergestein zum Einsatz – das ist der Regelfall in den quartären Sanden und Kiesen der Lippeaue. Sobald Sie auf die mergeligen Kreideschichten treffen, wie im Norden Hamms häufig, ist der Lugeon-Test die richtige Wahl, denn er erfasst die Klüftigkeit des Felses und zeigt, ob Wasser über Trennflächen abfließt.

Welche Norm liegt dem Felddurchlässigkeitsversuch zugrunde?

Die Durchführung folgt der DIN EN ISO 22282-2, ergänzt durch die nationale DIN 18130. Unsere Auswertungen berücksichtigen zudem die Empfehlungen des DWA-Arbeitsblatts A 138 für die Versickerungsbemessung.

Was kostet ein Felddurchlässigkeitsversuch in Hamm?

Für eine typische Messtiefe mit einer Prüfstrecke liegen die Kosten zwischen 620 € und 860 €, abhängig vom Bohrverfahren und der Anzahl der Druckstufen. Mehrere Prüftiefen in einem Bohrloch sind wirtschaftlich sinnvoll und reduzieren den Aufwand pro Horizont.

Wie tief muss das Bohrloch für den Versuch sein?

Das richtet sich nach der geplanten Gründungs- oder Versickerungssohle. In Hamm testen wir meist in Tiefen zwischen 3 und 35 Metern. Entscheidend ist, dass die Prüfstrecke im relevanten Horizont liegt – wir legen die Tiefe gemeinsam mit dem Baugrundgutachter fest.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Hamm und Umgebung. Mehr Info.

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