Hamm, gewachsen entlang der Lippe und geprägt durch den Strukturwandel von der Montanindustrie zur modernen Logistikdrehscheibe, stellt Geotechniker immer wieder vor wechselhafte Baugrundverhältnisse. Die Terrassenkiese der Lippe, überdeckt von Hochflutlehmen und durchsetzt mit Auffüllungen ehemaliger Zechenstandorte, bilden einen komplexen Untergrund – und genau hier entscheidet die Wasserdurchlässigkeit über die Tragfähigkeit einer Baumaßnahme. Wer in Pelkum oder Bockum-Hövel ein Gründungskonzept entwickelt, braucht verlässliche Kennwerte. Unser Team führt den Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon) seit Jahren an den neuralgischen Punkten des Hammer Stadtgebiets durch und kennt die Tücken der lokalen Geologie: von der geringdurchlässigen Emscher-Mergel-Sohle bis zu den grundwasserführenden Sanden des Quartärs.
Ein Lugeon-Versuch im klüftigen Mergel von Hamm sagt mehr über das Bauwerksrisiko als zehn Laborproben aus demselben Horizont.
Häufige Fragen
Wann brauche ich in Hamm einen Lefranc- und wann einen Lugeon-Versuch?
Lefranc kommt im Lockergestein zum Einsatz – das ist der Regelfall in den quartären Sanden und Kiesen der Lippeaue. Sobald Sie auf die mergeligen Kreideschichten treffen, wie im Norden Hamms häufig, ist der Lugeon-Test die richtige Wahl, denn er erfasst die Klüftigkeit des Felses und zeigt, ob Wasser über Trennflächen abfließt.
Welche Norm liegt dem Felddurchlässigkeitsversuch zugrunde?
Die Durchführung folgt der DIN EN ISO 22282-2, ergänzt durch die nationale DIN 18130. Unsere Auswertungen berücksichtigen zudem die Empfehlungen des DWA-Arbeitsblatts A 138 für die Versickerungsbemessung.
Was kostet ein Felddurchlässigkeitsversuch in Hamm?
Für eine typische Messtiefe mit einer Prüfstrecke liegen die Kosten zwischen 620 € und 860 €, abhängig vom Bohrverfahren und der Anzahl der Druckstufen. Mehrere Prüftiefen in einem Bohrloch sind wirtschaftlich sinnvoll und reduzieren den Aufwand pro Horizont.
Wie tief muss das Bohrloch für den Versuch sein?
Das richtet sich nach der geplanten Gründungs- oder Versickerungssohle. In Hamm testen wir meist in Tiefen zwischen 3 und 35 Metern. Entscheidend ist, dass die Prüfstrecke im relevanten Horizont liegt – wir legen die Tiefe gemeinsam mit dem Baugrundgutachter fest.